Branchennews
Gorkana trifft...Daniel Eckert
29 Oktober 2015

Gorkana trifft...Daniel Eckert, Finanzredakteur für DIE WELT, über eine typische Woche mit Deadlines, wie PRs und Öffentlichkeitsarbeit mit Inhalt helfen können.

Erzählen Sie uns ein bisschen etwas über das Ressort Finanzen von DIE WELT: Wie ist das Ressort aufgebaut und welche Themen interessieren Ihre Leserschaft erfahrungsgemäß am meisten?

Wir sind insgesamt fünf Kollegen, drei in Berlin und zwei in Frankfurt. Dazu kommen noch zwei Reporter, die sich mit Immobilienthemen beschäftigen. Unsere Leser interessieren sich vor allem für Umbrüche auf den Währungs- und Finanzmärkten, aber auch Steuerthemen sind gefragt. Nicht zu vergessen alles rund um Gold und Betongold*. *Der Begriff Betongold spielt auf zunehmende Investments im Immobilienbereich an

Wann finden Ihre Redaktionskonferenzen statt?

Wir haben jeden Tag zwei Ressortkonferenzen, eine um kurz nach neun, und eine um 15 Uhr. Dazu kommt noch eine Finanzen-Wochenkonferenz am Montagnachmittag. Außerdem beteiligen wir uns an den Gesamtkonferenzen des Wirtschaftsressorts montags und freitags.

Wie sieht eine typischer Arbeitstag für Sie aus?

Mein Arbeitstag beginnt morgens ab acht mit der thematischen Vorbereitung der Neunuhrkonferenz und klingt meist mit der Belichtung der WELT-Printausgabe gegen 19 Uhr aus. Dazwischen gibt das Internet den Takt vor. Wenn ich für die „Welt am Sonntag“ schreibe, verschieben sich die Zeiten, am Donnerstag oder Freitag kann es dann auch mal später werden. Da ist Flexibilität gefragt. Richtig zur Ruhe komme ich nur am Wochenende, denn die Finanzmärkte stehen nie still.

Was interessiert Sie an der Finanzwelt am meisten? Warum haben Sie sich gerade für diesen Bereich des Journalismus entschieden?

Die Welt der Finanzen wird von vielen als mysteriös oder esoterisch wahrgenommen. Wie eine fremde Welt. Es gehört jede Menge Fachwissen und Erfahrung dazu, die Sprache der Märkte zu verstehen und zu erklären. Ich begreife es als meine Aufgabe als Übersetzer zwischen den Märkten und dem Leser.

Wie können PRs Ihnen mit Inhalten helfen und wie können sie Sie am besten kontaktieren?

Themenideen abseits des Nachrichtenstroms werden gerne aufgegriffen. Allerdings müssen sie dann wirklich einen originellen Standpunkt oder eine neue Umfrage oder Untersuchung bieten. Intelligente Marktkommentare sind das Salz in der Suppe. Was mich nicht vom Hocker reißt: Wenn mir jemand den zehnten Indexfonds auf den Dax anpreist.

Hat sich Ihre Arbeitsweise durch die große Bedeutung von Online-Inhalten verändert? Wenn ja, wie?

Das Internet schläft nie. Das bedeutet, dass wir häufiger aktualisieren. Außerdem bekommen wir über die Visit-Statistik ein direktes Feedback, was die Nutzer interessiert. Das kann den einen oder anderen dazu ermutigen, zuzuspitzen, muss es aber nicht. Marktberichte haben an Bedeutung verloren.

Haben Sie Tipps für junge Journalisten, die eine Karriere im Finanzjournalismus anstreben?

Die Zukunft liegt in der visuellen Aufbereitung von Inhalten. Da lässt sich noch viel mehr denken. Videos, bewegte Grafiken, Animationen aller Art. Gern auch mal Witziges. Finanzjournalismus sollte immer seriös sein, aber nicht immer steif.

Über welches Thema würden Sie gerne einmal schreiben?

Ich würde gern eine Woche lang Warren Buffett begleiten. Und ihm über die Schulter schauen, wenn er seine genialen Investmententscheidungen trifft.

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